Kampagne gegen die Benachteiligung inklusiver Forschungsteams

Das Forschungsprojekt „Akademiker*innen mit Behinderung in die Teilhabe- und Inklusionsforschung“ (AKTIF), das von Vertr. Professorin Dr. Monika Schröttle als Gesamtkoordinatorin an der TU Dortmund geleitet wird, ist nun im dritten Jahr und konnte das Ziel der Förderung inklusiver Strukturen in der Wissenschaft sehr erfolgreich umsetzen.

Das bundesweite Netzwerk, zu dem insgesamt vier Standorte gehören (neben Dortmund auch Hochschulen/Forschungseinrichtungen in Köln, Bochum und Nürnberg), setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass berufliche Perspektiven für Wissenschaftler*innen mit Behinderung verbessert werden. Es geht darum, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Wissenschaft und Forschung in inklusiven und transdisziplinären Teams selbstverständlich wird. Die Frage, ob Wissenschaftler*innen eine Behinderung haben, soll nicht mehr darüber entscheiden, ob gleichberechtigte Teilhabe und Mitarbeit möglich ist oder nicht. Denn seit Deutschland der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beigetreten ist, hat es sich dazu verpflichtet, Chancengleichheit und Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen zu sichern.

Für dieses Ziel setzen sich deutschlandweit auch zahlreiche Akademiker*innen mit und ohne Behinderungen ein. Unter dem Motto „Inklusive Forschung darf kein Wettbewerbsnachteil sein!“ haben Wissenschaftler*innen des AKTIF-Projektes eine Kampagne ins Leben gerufen, die dafür eintritt, dass Barrierefreiheit in der Forschung sichergestellt wird und kein Wettbewerbsnachteil sein darf.

Wenn es um die Vergabe von Forschungsgeldern geht, wird bisher noch nicht berücksichtigt, dass

1. die Gewährleistung einer barrierefreien Zusammenarbeit zusätzliche Kosten verursachen kann und

2. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben häufig nicht ad hoc zu Projektbeginn bereitgestellt werden, wodurch es zu Verzögerungen im Projektverlauf kommen kann.

Vor diesem Hintergrund stellen die Mitunterzeichner*innen der Kampagne die Forderung, Nachteilsausgleiche für inklusiv arbeitende Forschungsteams vorzusehen. H.- Günter Heiden, Mit-Initiator der Kampagne, erklärt, "dass es eine Art ergänzendes Budget für Barrierefreiheit geben muss - und zwar zusätzlich zu den üblichen Projektkosten: etwa für die Erstellung von Forschungsberichten in Leichter Sprache, Schriftdolmetschung bei Projektbesprechungen oder Audiodeskription bei Lehrvideos".

Das Netwerk AKTIF versteht sich als Vorreiter und Impulsgeber. Entsprechend hat es die Kampagne in der Hochschulrektorenkonferenz und beim Aktionsbündnis Teilhabeforschung vorgestellt und um Unterstützung geworben.

Der ausführliche Text des Kampagnenaufrufs ist hier auf der Webseite als Download verfügbar. Unter den Erstunterzeichnenden sind über 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in inklusiven Zusammenhängen arbeiten. Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sind willkommen!

Falls Sie diese Kampagne auch unterstützen möchten, schicken Sie bitte eine Email mit dem Betreff "Unterzeichnung Förderrichtlinien" an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Angabe von Name, Titel, Funktion ist dazu ausreichend. Alle Unterstützer*innen werden auf der regelmäßig aktualisierten Liste aufgeführt.